Donnerstag, 1. März 2012

... und die Unfehlbarkeit

Gestern sprach ich noch mit der Heldin über Unfehlbarkeit. Spöttisch meinte ich: "Der einzige der sich hier unfehlbar nennen darf bin ich!".
Kalkulierbare Risiken: habe ich im Griff. Bei unkalkulierbaren Risiken: weiß ich zu improvisieren. Eigentlich gibt es doch nichts was mich noch aus der Fassung bringen kann!
....weit gefehlt! Das hat mir heute Morgen die Realität mal wieder bewiesen. Ich steige heute Morgen aus der Dusche und möchte mich für den Kundentermin vorbereiten. Ich greife zum Fön und prompt ins Leere. Ach ja! Die Heldin ist auf Fortbildung und hat den Fön eingepackt. Also: Haare trocken rubbeln und so stylen. Das Ergebnis lag so bei 80% *seufz*.
Nach dem Frühstück ziehe ich Hemd, Hose etc. an und schaue mir das Jacket an, welches ich gestern schon rausgehängt habe. Da fiel mir ein etwas abstehender Knopf auf, welcher sich bei der ersten Berührung verselbstständigte. FUCK! Und noch 10 Minuten bis ich das Taxi rufen muss. Eilig zum Stubenschrank - Nadel und Faden raussuchen. Beim Herausziehen der Box, aus etwa 1.90m Höhe, in der sich die Nadeln befinden machten sich gleich zwei Glasschalen daran einen Freiflug zu starten. Wie in Zeitlupe sah ich wie sie zu Boden fielen und konnte nichts dagegen tun. Die erste schlug auf, blieb jedoch in einem Stück. Die zweite, zierlichere von beiden, drehte sich noch in der Luft um eine aerodynamischere Haltung anzunehmen und somit mehr Geschwindigkeit anzunehmen. Als sie sich so dreht erkenne ich in der Landezone meinen rechten Fuß. Welchen Sie auch prompt mit der Ecke auf dem großen Zeh traf. Mir entfleuchte ein Urschrei bei dem King Kong im Vergleich ausgesehen hätte wie ein niedliches Affenbaby. Mein Lederschuh war eingebeult und weigerte sich selbstständig wieder aufzurichten. Ich habe mich bis jetzt noch nicht getraut einen Blick auf den Zeh zu werfen.
"Nadel und Faden...oh holla, dass kann ja was werden", dachte ich mir und machte mich daran eiligst den Knopf an zu nähen. Natürlich musste ich bereits das Taxi zu mir rufen und verfluchte mich es nicht den Abend zuvor bestellt zu haben. Also das Handy auf Lautsprecher neben mich gelegt, damit ich auch ja jetzt noch meine Aufmerksamkeit teilen musste. Die Dame am Telefon verstand auf Grund des Hall-Effekts im Flur die Adresse nicht. Für eine Sekunde wünschte ich mir das Jacket wäre eine Voodoo-Puppe der Telefonistin.
Nach 10 Minuten war der Fall gelöst. Der Knopf war dran, das Taxi stand vor der Tür und ich war noch am Leben.
Der restliche Tag verlief aber wie gewohnt gut.

Kommentare:

  1. Das kommt davon, wenn man das Schicksal herausfordert ;)

    Dein Zeh hat die Odyssee hoffentlich halbwegs lebendig überstanden.

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  2. Im Prinzip hast Du doch alles mit Bravour gemeistert. Und das mit dem Zeh wird auch wieder. Weiß ich aus Erfahrung. ;-)

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