Dienstag, 17. September 2013

Gedankengang zum Wahlaufruf

Überall lese ich momentan davon, dass die Menschen wählen gehen sollen. Sie sollen von ihrem Recht gebrauch machen die Demokratie in Deutschland mit zu bestimmen.
Ich selbst hatte schon oft mit Leuten zu tun, die sich über die Regierung aufregen. Auf die Frage, ob sie denn wählen waren kam fast immer: "nö!". Dann darf man sich auch nicht beschweren imho.
Was bedeutet es denn nun wählen zu gehen? Seine Kreuzchen bei seiner Partei zu machen. Aber wer ist denn "meine" Partei? Wer vertritt meine Meinung und Einstellung? Da beginnt ja die Schwierigkeit. Man müsste sich mit dem Wahlprogramm jeder einzelnen Partei auseinander setzen. Das setzt voraus, dass man lesen kann und Zusammenhänge von Wirtschaft, Moral, Ethik, Religion und Sicherheit versteht und im gesamten erfassen kann. Habe ich irgendeinen wichtigen Punkt vergessen?
Von denen, die mir auf o.g. Frage mit "nö!" geantwortet haben weiß ich zumindest von 50%, dass sie nicht des Schreibens mächtig sind (Facebook-Statusupdates sei Dank). Jetzt stelle ich mir mal vor, dass diese Leute wählen gehen. Selbst wenn sie das Parteiprogramm gelesen HÄTTEN, dann würden sie es wahrscheinlich nicht verstehen. Die meisten dieser Personen wären wahrscheinlich reine Sympathie-Wähler, die nach dem Foto auf dem Wahlplakat gehen.
Der Wahl-o-Mat ist für viele sicherlich eine Hilfe, nicht die schlechteste, aber sollte doch nicht als reiner Ergebnisfinder dienen.
Jetzt lassen wir diese Leute unsere Regierung mitbestimmen, welche immerhin ca. 30% ausmachen. In Zeiten wo solche Personen Serien wie "Berlin - Tag&Nacht" für real halten, Zitate x-beliebigen Personen zugeschrieben werden, vermeidlich dämliche Sprüche in hübschen Bildchen geteilt werden ohne vorher in Frage gestellt zu stellen, man Krawattenträger vs. Tattooträger klischeehaft gegenüberstellt und Facebook Gelder für Likes verschenkt...da sollen die wählen gehen?
Gott bewahre! Bitte bitte bitte lasst doch Menschen wählen gehen, die sich ernsthaft mit dem Thema beschäftigen und damit auseinander setzen. Sicherlich kann der Sympathiewähler das Zünglein an der Waage sein, aber ist das sinnvoll?

Werde ich mich weiter beschweren, wenn Leute sagen sie gehen nicht wählen? Ja! Denn ich erwarte, dass jeder der was zu meckern hat sich gefälligst mit Politik auseinander zu setzen hat und für seinen Teil das tut was er kann, um etwas daran zu ändern. Seien es nun 2 verdammte Kreuze oder sich einer Partei anzuschließen oder gar selbst eine zu gründen!

Da erfahrungsgemäß Politik ein toller Aufhänger ist bin ich sehr auf eure Meinung gespannt.

Kommentare:

  1. Ich gehe nicht wählen. Sonntage sind mir heilig. Meinen Wahlzettel trägt die Post zur Urne. ;)

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  2. Ich war noch nie so verdrossen wie dieses Jahr. Und wenigstens geh ich wieder wählen.

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