Dienstag, 17. Januar 2012

2012 - mögen die Spiele beginnen!

Seit dem 09.01.2012 bin ich wieder im Dienst (beruflich). Ich arbeite bei einem Softwaresystem-Hersteller im Professional Service. Sprich: ich customize unsere Basissysteme und passe sie dem Kunden an, baue Schnittstellen und programmiere fleißig. "Nebenher" manage ich die Projekte und einige Kunden.

Eigentlich schreibe ich nicht gerne über meinen Job und schon gar nicht negativ, weil das ein negatives Licht auf meine Art und Arbeitsweise, sowie meine Kunden leuchten lassen kann.
Aber heute kann ich es mir nicht mehr verkneifen. Was hat mich alles im neuen Jahr bereits überrascht?
Als erstes eine Mail aus 2011, wo ein Kunde mir am 23.12. schrieb, ich solle mir Zeit für den 28.12. einplanen für eine Produktivsetzung seiner Anpassungen. Ja neee...is klar. Es ist allgemein bekannt, dass wir Vorlaufzeiten von mindestens 4-6 Wochen haben. Gemerkt hat der Kunde es recht schnell durch meine Abwesenheits-Mail, da ich Urlaub hatte. Statt es dabei beruhen zu lassen rief er bei unserem Support an. Da es sich aber um Projektarbeit handelt und kein Software-Problem routeten diese mir das Ticket zu. Kostenverursachung ohne Sinn und Verstand. Vom Nervfaktor meiner, Support- und Kundenseite mal ganz ab.
Ein weiterer Kunde hat 2 Wochen beauftragt für meine Person und auch schon einen Projektplan übermittelt. Allerdings natürlich ohne Rücksprache was die tatsächlichen Anforderungen sind, somit nur eine kleine Idee hat welche ToDo's dadurch entstehen. Auch meine Aufwandsschätzung wie lange ich dafür evtl. brauchen könnte sind für den Kunden wohl irrelevant. Geschweige denn, dass ich für den Zeitraum seines Projekts schon anderweitig verplant bin. Ich liebe sowas...redet bloß nicht vorher mit mir. Wir könnten ja vernünftig kommunizieren - das tue ich nämlich gerne und sogar gut.
Ein anderer Kunde antwortete mir auf meine nette "Weihnachts- und frohes neues Jahr"-Mail mit: "Bitte planen Sie Zeit für eine Fernwartung ein." - irgendwie hat er mir nicht zugehört. Genaue Anforderung hat er auch nicht geschrieben. Ich glaube ich werde Zeit für eine Fernwartung einplanen um das zu besprechen und einen gemeinsamen Kaffee...
Im Oktober 2011 wurde ich angefragt die Schnittstellen unseres System bei einem Kunden zu benennen, damit diese an das neue FiBu-System angebunden werden kann. Der FiBu-Hersteller hatte eine Angebotsabgabe für den 17.01.2012 zugesagt. Wann ruft er an? gestern. Und bis heute soll ich die Aufwände der Schnittstellenanpassung schätzen, damit wir gemeinsam das Angebot abgeben können. Moment...3 Monate später und ich soll innerhalb eines Tages reagieren? Ja neee...wir hören uns in 1-2 Wochen. Bei aller Liebe, aber ich habe noch andere Projekte, die fest eingeplant sind und abgerechnet werden wollen.
Der nächste fragt bereits das dritte mal in 2012 nach einer Fernwartung zwecks mysteriöser, aber nicht kritischer Systemanalyse an. Dafür gibt's dann wiederum den Support bei uns, aber die würden ihm nur sagen, was er zu prüfen hat und er müsste dann selber etwas tun. Ich verwöhne meine Kunden zu sehr. Die sollten lernen sich zu entnabeln.

Um vielleicht ein paar Fragezeichen zu klären: Nein ich bin nicht der einzige, der diese Aufgaben übernehmen kann. Aber ich bin der einzige der die Systeme dieser doch sehr speziellen Kunden kennt und somit eine vollumpfängliche Aussage treffen zu können. Einen anderen Kollegen in einen dieser Kundenprojekte einzuarbeiten bedarf zwischen 5 Tagen und 6 Monaten...

Kommentare:

  1. Solange der Ärger nicht wie in Falling Down endet... ;)

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  2. Ähm...?
    Wie.....?
    ...hier bin ich.... mach mal... tu mal...?
    Kennen die Leute keinen Respekt und Anstand mehr?
    Also ich hab das noch gelernt....
    Und wenn ich von irgendwem irgendwas will...
    selbst wenn ich da ein Kunde bin....
    dann geh ich nicht hin und sage...
    tu und mach....
    sondern dann...
    F R A G E....<--------!!!!! ich...
    Entschuldigung.... wie sieht es aus,
    was ist möglich,
    wie können wir da was richten?
    Zeitlich?
    Und überhaupt?

    Also ich habe das Gefühl die Welt wird immer arroganter und egoistischer und überhaupt wie man das ausdrücken soll. Mir fehlen mal wieder die richtigen Worte dafür.
    Nur noch so... hier bin ICH und nun mach.... bin Kunde hab alle Rechte... tu und mach...
    Ähm.... ja...
    Neee.... ich hab eine andere Einstellung.
    Bin damit vermutlich wie in fast allem eine Aussenseiterin aber....
    das ist mir egal. Ich finde es respektlos sich da so zu verhalten wie Du es beschreibst. Das die Leute so ankommen und meinen die Welt drehe sich nur um sie alleine...

    Was haben denn da manche Leute so im Kopf? Das frag ich mich schon.... mir käme es nie in den Sinn mich so zu verhalten, nein auch nicht als Kunde, einfach überhaupt.

    Ich FRAGE..<--- Jemanden freundlich was, welche Möglichkeiten bestehen, ich informiere mich welche Möglchkeiten sich bieten und um dann zu entscheiden wie ich das dann machen will. Aber ich komm nicht grosskotzig daher.... hier bin ich tu und mach mal!
    Sehr seltsam.... ist das heutzutage so gang und gäbe?
    Dann tut es mir echt leid... das wär dann kein Job für mich da..... diese Nerven hätte ich nicht. Was stellen sich denn die Leute eigentlich vor sag mal...? Echt...

    LG, Frau Elch

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    1. Je nach Situation bin auch ich als Kunde ein furchtbarer Mensch. Aber nur wenn die Situation brisant, eilig oder sonstiges Leiden hervorruft.
      Wenn nicht, dann rede auch ich gerne normal und höflich mit den Menschen.

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  3. Ich blogge (anonym) auch über dieses und jenes von der Arbeit. Solange man keine Verbindung zu den realen Personen herstellen kann, ist das m.E. kein Thema und wirft auch kein negatives Licht auf Dich.

    Deine Beschreibung kommt mir nur zu bekannt vor. Als ob man den ganzen Tag nichts anderes machen würde, als vorm PC zu sitzen und nur auf diesen einen Kunden zu warten. Und dann den Spruch zu hören:

    "Wie? Sie haben keine Zeit?" :D

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    1. Ja dieser Blog ist größtenteils anonym, abgesehen von ein paar Lesern, die mich auch persönlich kennen. Ich hoffe nur, dass dies auch immer so bleibt.

      Deinen Blog lese ich übrigens auch mit Begeisterung. Bei jeder deiner Kundengeschichten muss ich schmunzeln, weil man es so oder ähnlich kennt. Es freut mich dich auch mal hierher gelockt zu haben.

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    2. Wenn es sich zu sehr rumspricht, wird das u.U. schwierig. Deswegen kennen meine Leute den Blog gar nicht.

      Ich lese hier schon eine ganze Weile mit. ;-)

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