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Samstag, 1. April 2017

Lebensziele

Hier muss ich mal weiter ausholen. Wie schon im vergangenen Post kam dieses Thema bei meiner Montagssitzung bei meinem Freund auf. Wir haben beide einige Ratgeber-Bücher oder Persönlichkeitsbildenden-Bücher gelesen. In einem davon ging es darum wie man sein Leben leben will. Um das herauszukristalisieren solle man sich seine eigene Beerdigung vorstellen. Dort sollen 3 Leute etwas über den Verstorbenen erzählen - ein Kollege, ein Freund und ein Familienmitglied. Was sollen diese Personen von einem sagen? Wie war der Verstorbene zu Lebzeiten? Fleißig, immer da, liebend, aufopfernd, hilfbereit, zuvorkommend, aufmerksam, achtsam,.... da fallen einem viele Dinge ein, die man gerne hören möchte.
Ende der Übung ist sich Gedanken oder einen Plan zu machen was man tun muss, damit diese Personen eben genau das über einen sagen können! Und schon hast du deinen Lebensweg gestaltet.


Das sind jetzt aber nicht das was man im allgemeinen unter Ziele im Leben versteht. Vor 12 Jahren bin ich in eine Beziehung gestartet und teilte dort die Lebensziele mit der Ex-Heldin. Haus bauen, Baum pflanzen, Kind zeugen, alt werden. Okay...kam noch bissle was über die Jahre dazu: Hunde, das Traumauto (Mini Cooper - Ziel erfüllt). Es kommen auch einige kleinere Lebensziele dazu: Zertifikat für ein bestimmtes Lernthema erhalten, einen Job als Teamleiter bekommen, 20kg abnehmen ...sowas halt.


Nachdem ich nun quasi mit der Trennung alles verloren hatte und mir mein Therapeut damals knallhart ins Gesicht sagte: "Ja, Sie müssen sich neue Lebensziele suchen. Und das braucht Zeit!", war ich erstmal am Boden zerstört. Immerhin hatte ich über 10 Jahre daraufhin gearbeitet meine Ziele zu erreichen und nun stellte ich fest: futsch.
Da biste erstmal reichlich am Arsch.

Nun, das Leben geht weiter und alles organisiert sich neu. Es fiel mir nicht leicht das einzusehen, aber im derzeitigen Zustand habe ich keine Lebensziele. Ich bin komplett flexibel. Naja mit Abhängigkeit, dass ich weiterhin ein guter Vater bin. Aber ansonsten: Job? flexibel. Wohnort? recht flexibel. Alterspläne? Tse!
Hätte mir jemand vor 7 Monaten erzählt: du wirst der Lebensgefährte einer Frau, die in Auslandseinsätze zieht, dann hätte ich das erstmal für unrealistisch gehalten. Vor 5 Monaten musste ich mich dann erstmal tatsächlich damit auseinandersetzen, weil ich mich in eine Soldatin verliebt hatte. Gut...das ist jetzt auch gescheitert, aber hey...ja...ich konnte mich tatsächlich mit dem Gedanken anfreunden...und nicht nur anfreunden, für mich war das durchaus ein Leben welches ich hätte führen können und wollen!
Wer weiß was die nächste Beziehung so rein bringt? Ich mache meine Ziele aber natürlich nicht von meiner Partnerin abhängig. Es gibt auch Dinge wo ich klar "nein" sagen würde.  So schließe ich jetzt nämlich den Bogen zum ersten Absatz: trotz aller Flexibilität in meinen Lebenszielen bin ich in mir gefestigt und weiß was für ein Mensch ich sein möchte und passe meinen Lebensweg so an, dass ich diesem auch gerecht werde. Der Weg ist das Ziel. "Der Weg ist das Ziel" ist ein schöner Spruch von Konfuzius, der aber erst durch meine Reife, die ich durch die Ereignisse der letzten Jahre erreicht habe, bei mir einen äußerst tiefen Sinn ergibt.

schwachsinn ;)

Jetzt bin ich aber mal neugierig: Was sind eure Ziele im Leben? Würden die 3 Leute auf eurer Beerdigung das sagen können was ich euch wünscht/vorstellt?

Dienstag, 28. März 2017

Dualität

Jeden Montag treffe ich mich mit einem Freund zum Quatschen. Ursprünglich gedacht, um sein Englisch zu verbessern sprechen wir doch häufig einfach über Themen, die unser Leben bewegen.
Ihn bewegte in letzter Zeit die Dualität des Menschen. Also die Tatsache, dass es Individuen gibt, die sich trotz aller Resonanz, die wir zu anderen Menschen aufbauen, nicht einem höheren Ziel verschreiben können.
Ursprung war das Thema Flüchtlinge vs. Waffenexporte, ergo Frieden und wurde dann äußerst abstrakt. Dort könnte man sich dem höheren Ziel "Frieden" verschreiben und so seine eigenen Interessen (Verkauf von Waffen) nach hinten stellen, um dem Resonanz-Partner (Flüchtling) entgegen zu kommen.
Ich erklärte ihm, dass das ganze aber in unserer Genetik liegt. Also die Dualität und die Mehrheitlichtkeit. Er schaute mich erstaunt an und ich machte ihm das ganze in ein paar praktischen, anschaulichen und vielleicht auch plumpen Beispielen klar (im Normalfall drücke ich mich da gehobener aus, aber das würde dem ganzen den Humor nehmen):

Also, nehmen wir an du bist Single. Ich bin Single. Wir sind in einer Bar und da hinten steht eine heiße Blondine, die du knallen willst. Die will ich aber auch knallen. Ich könnte mich dem höheren Ziel der "Freundschaft" verschreiben und dir den Vortritt lassen, damit du sie knallen kannst. Das mache ich 1x, vielleicht 2x, aber irgendwann will ich halt auch.
Er bemerkte dazu: gut - Triebe sind ja genetisch, das überkommen wir also nicht so wirklich.
Ich weiter: Stimmt, außer wir werden alle impotent oder erhalten den gemeinschaftlichen Gedanken, dass wir alle unsere Frauen teilen und die Frauen den Gedanken, dass sie mit jedem Kerl ficken. Das wird aber wohl nicht passieren. So viel zur Dualität. Der Mensch ist zwar nicht dumm, aber zur Mehrheitlichkeit kommen wir eben manchmal erst, wenn es zu spät ist. Gleiche Situation, ein paar Tausend Jahre zuvor.
Wir beide sind Neandertaler und da hinten steht eine geile Blondine, die du knallen willst. Die will ich aber auch knallen. Dich schlag ich mit meiner Keule nieder und knall die Blondine. Am nächsten Morgen wache ich auf und habe Hunger auf Mammut. So ein Mammut kann ich aber nicht alleine jagen. Und du liegst mit dem Gesicht im Dreck, weil ich dich ja niedergeschlagen habe. Also kein Mammut für mich. Erkenntnis der Mehrheitlichkeit zu spät erhalten.

Evtl. sind die Begrifflichkeiten nicht zwingend der enzyklopidalen Erklärung 100% gleich zu setzen, aber ich denke ihr wisst was gemeint ist.

In diesem Sinne: frohe Mammut- und Blondinenjagd.

Donnerstag, 3. März 2016

Was wenn die Paranoia durschlägt?

Nun bin ich ja seit Jahren leicht paranoid, habe das ganze aber recht gut im Griff.
Vor einigen Monaten ist mir nun mit Mord gedroht worden. Das ist tatsächlich eine ernste Drohung gewesen und das Vorgehen wurde auch bereits mit bleibendem Schaden durch einen scharfen Gegenstand an Möbeln simuliert. Psychologisch ist eine Drohung und eine Simulation im übrigen ein ganz massiver Unterschied. Bei dieser Drohung war es nun nicht so, dass ich mich hätte erwehren können - körperlich sicherlich, aber psychisch hätte ich es nicht gebracht. Ich habe dann eilig die Flucht ergriffen.
Das ganze hat dann ein Trauma bei mir ausgelöst und es ist erstaunlich wie sich sowas äußert. Ich habe bis zu 15km Umweg mit meinem Auto in Kauf genommen, um nicht auf die Täterin auf der Straße zu treffen. Aus Angst. Ich wusste nicht wozu sie alles in der Lage gewesen wäre.
In den Räumen, in denen ich schlafe, musste ich die Tür abschließen. Sonst bekomme ich kein Auge zu. Auch die Fenster müssen geschlossen bleiben.
Wenn ich im Dunkeln unterwegs bin, muss ich eine Taschenlampe dabei haben.
Die neue Wohnung, die ich mit gesucht habe durfte nicht im Erdgeschoss sein. Einfach, weil man da zu leicht einbrechen kann. Außerdem musste wenigstens 1-2 weitere Parteien darin wohnen, dass falls etwas passiert Hilfe in der Nähe ist. Auch wollte ich einen Türspion und Gegensprechanlage, um eine weitere Sicherheit an der Tür zu haben.
Eine ganze Weile hatte ich auch starke Schwierigkeiten mit Witzen, die um Mord&Totschlag gehen, aber die kann ich jetzt auch schon wieder welche machen.

Auch wenn ich das Trauma mit professioneller Hilfe aufgearbeitet habe - bis ich diese Marotten abgelegt habe wird es wohl noch eine Weile dauern. Aber solange ich diese Stütze brauche, werde ich sie nehmen.

Montag, 28. September 2015

Stehaufmännchen

Ich bin ja irgendwie ein kleines Stehaufmännchen.
Egal was kommt, ich stehe immer wieder auf. Das war zwar nicht immer so, aber mittlerweile...
Jeden Morgen, wenn ich aufstehe sehe ich neue Chancen die Welt zu verbessern und einen tollen Tag zu verbringen. Probleme vom Vortag sind mir häufig fremd. Ein Arzt sagte mir mal ich hätte einen nahezu komatösen Schlaf. Das ist tatsächlich so. Neben mir kann die Hölle los sein, sofern es mich nichts angeht oder ich verantwortlich bin - schlafe ich. Im Schlaf verarbeitet der Mensch ja Eindrücke - je tiefer der Schlaf, desto mehr arbeitet das Gehirn. Das heißt ich bewältige im Schlaf eine ganze Menge. Auch ein Grund, warum ich wenig an meinem Schlafrythmus rüttel und mich auch gegen den Versuch des Lucid Dreaming entschieden habe.
Oftmals vergesse ich auch unwichtige Dinge. Was ich gegessen habe, welchen Gegenstand ich wohin gelegt habe - sofern es kein ungewöhnlicher Ort für den Gegenstand ist. Der Schraubendreher auf dem Kopfteil des Bettes ist ungewöhnlich, soll mich daran erinnern etwas zu reparieren und würde nicht vergessen werden. Ob das Babyphon nun auf der Heizung oder 60cm höher auf der Fensterbank steht - das ist unwichtig, es steht im gleichen Raum indem wir schlafen.
Aber auch andere Dinge vergesse ich, Streitpunkte, sofern ich für mich beschließe, dass sie nicht weiter wichtig sind. Ich bin kein sehr nachtragender Mensch, allerdings gibt es Dinge, die ich dabei nicht vergesse. Schwere Enttäuschungen oder Verletzungen z.B. - wobei davon schon eine ganze Reihe auftauchen müssen, um mich tiefgründig zu bewegen. Es ist mir schon vorgekommen, dass jemand auf mich sauer war, weil irgendwas am Vortag geschehen war. Ich war mir bewusst, dass am Vortag etwas im argen war, aber was? und warum?
Sherlock Holmes meinte einst (sinngemäß), dass man sein Gehirn nicht mit unsinnigen Dingen belassten soll. Mittlerweile wissen wir, dass das Gehirn zwar unzählige Informationen speichern kann und die Kapazität in einem Menschenleben nicht überschritten werden kann (man nehme mal Leute mit fotografischem Gedächtnis), aber dennoch scheint es mir eine sinnvolle Methode zu sein. Sich nicht alles zu merken bzw. merken zu müssen, sondern sich auf wichtigere Dinge zu konzentrieren.
Ich habe mehrere ToDo-Listen z.B. alles was im Haus zu tun ist hängt in der Küche - verschwindet ein Zettel von dort, fällt es mir schwer dies zu bemerken und nahezu unmöglich dessen Inhalt aus meinen grauen Zellen hervor zu bringen. Einfach weil ich mein Gehirn entlastet habe.
Meine Amazon-Watchlist und eine Notiz auf meinem Handy zeigen mir, welche Filme und Serien ich umgedingt mal sehen wollte.
Eine Reihe von Bildern, die mich inspirieren bestimmte Dinge zu vollbringen finden sich auf meinem Handy und einer externen Festplatte.
Auf der Arbeit regeln mein Kalender, ToDo-Listen und mein Mail-Postfach, dass ich nichts wichtiges vergesse.
Unterwegs benutze ich fast immer mein Navi, selbst bei dem routinierten Weg zur Arbeit, damit ich im Zweifelsfall doch keine Ausfahrt verpasse, wenn ich mal zu sehr auf das Hörbuch höre.

Ihr seht, ich entledige mich schon einer Menge Dinge, damit ich sie mir nicht aktiv merken muss. Manchmal bemerkt man, dass ich vergesslich sei. Aber bin ich das wirklich? Oder war mir der Umstand zu dem Zeitpunkt einfach nicht wichtig genug? Oder war es zwar wichtig, aber ein anderer Umstand verhinderte, dass ich die Wichtigkeit erkenne?

Dienstag, 15. September 2015

Die clevern Mädels von heute

Neulich beim Einkauf im Supermarkt ist mir eine sehr lustige Geschichte passiert.
Dort waren 2 Mädels, maximal 8 oder 9 Jahre alt. Sie hatten freudig Eier entdeckt, die bunt bemalt sind. Warum auch immer unser Markt diese das ganze Jahr über führt ist mir unklar, aber die beiden freuten sich riesig darüber. Die Mutter, recht verbraucht aussehend und sichtlich genervt stand daneben. Die beiden fragten, ob sie die Eier haben könnten. Darauf die Mutter: "nervt mich nicht und lasst mich mal in Ruhe!", und schob den Einkaufswagen weg. Die Mädchen schauten sich an, darauf eine: "War das nun ein 'nein'?", die andere antwortete: "Sie hat nur gesagt wir sollen sie in Ruhe lassen". Jedes der Mädchen schnappte sich eine Packung von je 6 Eiern und hopsten der Mutter hinterher.
Ich habe das so gefeiert! Clever! Einfach clever. Wenn die Mutter sich nicht die Mühe machen will, dann muss sie eben mit den Konsequenzen leben. Mir auch egal in welcher persönlichen Verfassung sie sich gerade befand. Ich weiß mittlerweile selbst wie schwer es ist seinem Kind immer gerecht zu werden. Ich bin auch nicht perfekt und werde sicherlich die ein oder andere Fehlentscheidung treffen mit deren Konsequenzen ich zu rechnen habe.
Bei meinen Eltern sind mir auch "Fehler" aufgefallen, gerade seit ich mich selbst mit dem Eltern-Sein beschäftige. Aber ich verurteile da nichts. Sie hatten sicherlich ihre Gründe und wir sind alle nur Menschen. Ich habe einige Defizite anerzogen bekommen, dem bin ich mir bewusst. Auch war ich eine Zeit lang sehr sauer auf das was ich da unfreiwillig als Päckchen mitbekommen habe. Teilweise aus übertriebener Liebe. Rückblickend liegt es aber an mir, was ich daraus mache. Ich habe das Päckchen gut ausgemistet und kann nun erkennen, dass darin von meinen Eltern auch viel Gutes und viel Liebe gesteckt wurde, wofür ich auch sehr dankbar bin.

Mittwoch, 1. April 2015

Die Geheimidentität des Helden


Nun. Der Entschluss ist gefallen. Ich werde meine geheime Blogger-Identität fallen lassen. Der Möchtegernheld ist über die Jahre gereift und muss nun ein richtiger Held werden. Für sich, für den Mini-Helden, für die Heldin (die ja wirklich eine ausgereifte Meisterin ist). Vielleicht auch wieder für den Rest der Welt - wer weiß.
Das Cape wird an den Nagel gehängt. Der Inhalt das Gadget-Gürtels wandert in die Umhängetasche. Der Taser und die Batarangs werden wohl nicht mehr gebraucht. Die Maske wird als Souvenir in einem Glaskasten im Keller verstauben.
Der Held wird erwachsen. Es wird ernst. Die Heldentaten bleiben, aber es wird anders werden.

Nun. Seid ihr bereit? Morgen wird es soweit sein. Ob ich es in die Medien schaffen werde, das wird sich zeigen, aber ich kann euch sagen. Es wird spektakulär. Let's break the internet!

Donnerstag, 12. Dezember 2013

Anti-Bell-Halsband und was tun bei solchen Hundebesitzern?

Vor kurzem ist mir bei facebook ein Foto eines Bekannten in die Timeline gerutscht von einem Hund mit Anti-Bell-Halsband. Es war so eines zum Sprayen, welches per Fernbedienung ausgelöst werden kann. Diese Dinger gibt es ja zu Hauf. Amazon, Zooplus und viele andere namenhafte Läden verkaufen diese Halsbänder. Wenn man mal die Bewertungen auf diesen Seiten anschaut, dann erkennt man allerdings auch mal ganz schnell die Intelligenz dieser Anwender.

Warum kaufen Menschen diese Halsbänder? Sie haben ein Problem: ihr Hund bellt. Wie löst man das Problem? Man therapiert den Hund mit Sprays, Stromstößen und lauten Pieptönen oder Zisch-Lauten aus Halsbändern.

Was ist das Ergebnis? Vehaltensgestörte Hunde, die nicht ihrem natürlichen Instinkt des Laut-Gebens nachgehen können. Wie soll sich denn ein solcher Hund bei einem Ernstfall bitte noch äußern oder reagieren? Tja...und da wundern sich Leute warum Hunde anfangen zu beißen. Aber auch dafür hat der Mensch ja was erfunden - einschläfern oder Tierheim.

Wo ist denn eigentlich das Problem? Der Hund bellt! Aber das ist nicht das Problem. Man sollte sich mal fragen warum der Hund bellt. "Wenn es klingelt." - ja klar. Alle im Hause springen auf und rennen zur Tür und begrüßen denjenigen davor. Da will der Hund als Rudelmitglied natürlich dabei sein und um sicher zu gehen, dass das ganze Rudel mitkommt wird eben was? Gebellt!. "Wenn einer an der Tür oder dem Garten vorbei geht." ...ja das ist ja immerhin auch das Revier des Hundes. Natürlich will er dies und seine Familie die darauf lebt verteidigen und macht mal fix eine Ansage, dass er gerade aufpasst. Da braucht man viel Geduld und Spucke dem Hund seine Reviergrenze zu zeigen und wann er nicht bellen braucht. Laufen dann aber seltsame Gestalten oder randalierende Jugendliche am Haus vorbei....ja dann soll er bellen? Wird der Zwispalt langsam klar?

Wie war das nun bei meinem Freund und dem Gasthund? Ich hatte gleich mal nachgefragt... "weil die Katzen da sind." - stimmt mein Freund hat Katzen, einige sogar. Und dieser kleine Terrier hat nun ein Problem damit. Also wir haben selbst 2 Hunde die mit Katzen klar kommen und unzählige im Bekanntenkreis, die das auch können. Das ist jetzt nicht so selten. Terrier...schwieriger aber kein Unding. Katzen die mit Hunden klarkommen ist dann doch oft schon seltener, aber wenn der Hund im Hause sie nicht angeht gehen die meisten Katzen dem großen haarigen Monster aus dem Weg. Warum muss der Hund denn nun mit einem Spray-Halsband erzogen werden? Kann der kein "Nein!" oder "Aus!"? Na klar muss man das vielleicht ein paar Mal machen und den Hund auch mal ne Weile halten oder dazu befehligen Sitz/Platz zu machen, bis er es auch verstanden hat, dass die Katzen ihn nichts angehen. Aber da kommt dann mit stolzer Brust die Antwort: "Jetzt trägt er das Ding nur noch als Dummy, denn nach bereits 2x Sprühen hat er es verstanden.". Ganz ehrlich? Wenn der Hund so clever ist das nach 2x Sprühen zu checken, dann versteht er es auch nach spätestens 6x Sitz!

Zurück zu der Intelligenz der Anti-Bell-Halsband-Benutzer. In den Produktbewertungen klangen sie allesamt recht hohl. Aber diese Freundin war Arzthelferin in einer Tierärztlichen Klinik! Bitte WTF?! Wenn die schon keine Ahnung davon haben...was zur Hölle machen die dann mit Tieren die zur OP oder anderweitiger Narkose in der Klinik bleiben? Und was wenn die da bellen?

Sollte mir mal jemand mit einem solchen Halsband am Hund entgegen kommen, dann glaube ich weiß ich nicht wie ich reagieren würde. Ich bin ja eigentlich ein sehr ruhiger und gefasster Mensch, aber bei sowas hört es echt auf. Ich male mir die Situation mal aus:
Der Held geht mit der Heldin spazieren und die Hunde sind auch dabei, wir begegnen einem anderem Herrchen und die Hunde wollen allesamt mal klarstellen wer hier nun der Boss auf dem 3 Meter breiten Spazierweg sind. Das andere Herrchen klickt fix mal auf eine Fernbedienung und sein Hund zuckt zusammen, weil er gerade eine Ladung Spray in die Nase oder einen Stromstoss in den Hals bekommen hat. Ich gehe zum Herrchen herüber und pfeife ihn an, was das soll. Sofern er ein Widerwort hat scheuer ich ihm eine. Was meint ihr wieviele Schocks/Backpfeifen dieses Herrchen brauch um zu verstehen was ich ihm gerade beibringe? Ich wette der Hund bräuchte weniger.
Alternativ kann man sich auch vor's Herrchen stellen und laut "Sitz!" in sein Gesicht brüllen. Könnte interessant enden. Oder man tasert das Herrchen wie er seinen Hund. Wenn es nur Spray ist würde es eine Wasserspritze oder Pfefferspray auch tun?

Im Übrigen sind all diese Halsbänder seit 2007 in Österreich bereits verboten ...und die sind uns was Tierschutz angeht einiges voraus. Aber der Durchschnitts-Deutsche braucht eben etwas länger - Verschwörungstheorie: das hängt mit dem Niveau von RTL zusammen.

Donnerstag, 14. Februar 2013

Valentinstags-Gemeckere

Jedes Jahr kommt er wieder - der Valentinstag! Jedes Jahr steigen die Umsatzzahlen für Rosen (das ultimative verschenkbare Symbol der Liebe), Süßigkeiten (der ultimative "ich mach dich unattraktiv für andere"-Trick) und Restaurants (Romantik!!!!11einself).

Jedes Jahr wieder sehen wir verzweifelt Männer durch die Innenstädte laufen, die eilig noch etwas für das Weibchen an der Seite suchen.

Jedes Jahr wieder höre ich sie wieder rumheulen...die Singles. Das Leben muss am 14.02. echt die Hölle auf Erden sein. Hilfe! Leute küssen sich öffentlich auf der Straße! In den Restaurants wimmelt es vor verliebt schauenden Paaren. Ist das schrecklich. Auf Pinnwänden bei Facebook finden sich mit mal Herzchen und hübsche Bilder - was wirklich viel Schlimmer ist als diese "ich nehm keine Spiele-Anfragen an, nerv mich nicht"-Bilder oder "ich brauche noch dicke Eier für meine Farm"-Anfragenbilder! Grausame Welt.

Welche Frau möchte schon einen Kerl, der über den Tag-der-Liebe meckert und/oder ihn Trübsal-blasend erträgt?

Aber den Knaller habe ich heute per Zufall bei Facebook entdeckt. Tut mir Leid an die beiden Beteiligten, sollten Sie dies per Zufall lesen, aber das muss ich einfach mal los werden. Es geht hier wieder um einen meiner Lieblingsfälle von "Man ist nicht nur dafür verantwortlich was man sagt, sondern auch was beim Gegenüber ankommt!". Habe ich damals in meinem allerersten Kommunikationsseminar gelernt.












Der Verfasser M. mag mit einer Aussage bei einigen Leuten (vielleicht auch zu vielen) durchaus Recht haben. Er selbst ist meines Wissens nach Single. Viel interessanter sind dabei Leute, die diesen Beitrag "liken". In diesem Fall ist es bislang nur einer - und dieser ist verheiratet. Jetzt lassen wir uns das ganze Mal kurz auf der Zunge zergehen.
Na klingelt's? Er stimmt dieser Aussage ja sogesehen zu. Soweit so gut. Reproduzieren wir die Ansicht mal als selbstgesprochen (da Zuspruch) auf dessen Ehe, würde ich sagen, dass mir die Frau Leid tut. Sie wird heute geliebt und sonst ignoriert! Na schönen Dank auch.
"Man ist nicht nur dafür verantwortlich was man sagt, sondern auch was beim Gegenüber ankommt!" - das muss man abwägen und ist sicherlich nicht leicht - besonders, wenn man bedenkt wie schnell "gefällt mir" gedrückt ist. Aber man wirkt damit auf andere.

Ich wünsche euch allen einen schönen Valentinstag!
Liebe Paare - lasst es euch gut gehen und feiert euch und eure Beziehnung!
Liebe Singles, erfreut euch am Glück eurer verliebten Freunde/Freundinnen und steckt nicht den Kopf in den Sand!

Freitag, 14. Dezember 2012

Ich möchte, dass Sie dieses Gespräch jetzt beenden

Ich habe derzeit einen schwierigen Kunden. Die Aufgabe an sich ist kniffelig, aber nicht zu sehr. Derjenige der die Aufgabe gelöst haben möchte aber um so mehr.
Immer wieder ändert sich seine Anforderung nur ein Stück weit, welches meine Vorgehensweise aber immer wieder ändern lässt.
So drehen wir in diesem Projekt einen Probelauf nach dem anderen, bis er glücklich ist.
Neulich schrieb er in einer Mail in der ich ebenfalls als Empfänger eingetragen war: "Herr Held wird in Zukunft über Änderungen im Voraus informieren.". Klar werde ich das, aber wenn man schon mit mir mailt braucht man mich nicht in dritter Person ansprechen. Das ist herabwürdigend.
Heute haben wir ein recht erfolgreiches Ergebnis vorgestellt und ich schrieb recht euphorisch davon. Der Kunde meint ein "gutes Ergebnis" wäre es erst, wenn der Kunde glücklich ist. Mein gutes Ergebnis war fachlich dokumentiert und sachlich formuliert worden. Seines leider gar nichts von beidem.
Ich informierte den Projektleiter, da andere Kollegen schonmal das Problem hatten und er selbst den Kunden schonmal darauf angesprochen hat, dass wir Schwierigkeiten haben mit seiner Art. Diesmal wollte ich es selbst tun, denn wenn ich das weiter in mich hereinfresse explodiere ich bei diesem Menschen demnächst. Soweit kann ich das auch ganz gut und sachlich kommunizieren, also hatte ich auch keine Sorge davor den Kunden auf etwas zwischenmenschliches anzusprechen. Immerhin geht es zwischen dem Kunden und "uns" als Firma um eine anstehende jahre- vielleicht jahrzentelange Partnerschaft.
Auf das Thema reagierte er jedoch überraschend Aggresiv. Die fachliche Argumentation hatte bei ihm überhaupt keinen Bestand in dem Gespräch. Ich bat ihn darum sich in der zukünftigen Kommunikation doch bitte auf sachliche und fachliche Inhalte zu beschränken. Auch ich werde mich an diese Maßgabe halten und sämtlichen emotionalen Ausdrücke unterbinden. Er antwortete mit den Worten (Zitat): "Herr [Held], sie verschwenden meine Arbeitszeit! Ich möchte, dass Sie dieses Gespräch jetzt beenden.".
Ich war tatsächlich etwas perplex. Zum einen verschwende ich seine Arbeitszeit, weil ich ein Projekt für ihn realisiere (okay er zahlt dafür) und dieses unter einem freundlichen Umgangston mit ihm führen möchte? Nunja. Was mich dann aber gewundert hat war seine Wortwahl: "Ich möchte, dass Sie dieses Gespräch jetzt beenden.". Mal gegen gelesen bedeutet es, dass er es nicht beenden möchte, aber ein Ende herbeiführen möchte. Da ich ihm die Arbeitszeit verschwende tat ich ihm indirekt diesen nicht-Gefallen und beendete das Gespräch. Nebenher distanziert er sich mit dem Wort "dieses" sehr deutlich von dem aktuellen Gespräch und klang angewidert.
Wenn sein Unterbewusstsein mir mitteilt, dass es diesen Konflikt eigentlich doch lösen möchte, er sich aber nicht bewusst damit auseinander setzen kann, dann scheint er mit sich so im unreinen zu sein, dass ich jetzt nicht den Psychiater für ihn spielen muss.
Ich kann auch anders und ich bin sehr gespannt wie sich dieses Projekt noch entwickelt.

Donnerstag, 21. Juni 2012

Diablo 3 - warum es nicht so motiviert wie Teil 2

Es gibt einige Berichte was am dritten Teil der Hatz auf den Höllenfürsten so schlecht ist. Ich möchte da nicht all zu sehr drauf eingehen, sondern eher auf den Motivationsfaktor. Allgemein gesprochen ist das Spiel ja nicht schlecht, aber die Langzeitmotivation fehlt. Symbolisch gesprochen sind die beiden Teile wie die Buchstaben M und W. Man stelle sich diese mal geschwungen vor (sorry, habe gerade kein gescheites Malprogramm zur Hand).
Diablo 2 ist das M. Mit kleinen Einbrüchen ist die Motivationskurve eigentlich konstant hoch. Das begründet sich daher, weil man bei Diablo 2 nur wenig Rückschläge erhielt und wenn diese eintrafen (gehören auch mit dazu!), dann wurde kurz darauf ein besseres Item gedroppt, welches man dann einsetzen konnte um die vorangegangene Schlappe gleich nieder zu mähen. Gerade das Benutzen und Auskosten eines Erfolges ist beim Menschen unglaublich beflügelnd.
Bei Diablo 3 verhält es sich eher umgekehrt. Das W mit nur kurzen Hochs bietet auf Dauer nicht den Erfolgsfaktor. Das Spiel ist konstant knackiger und schwerer, was zwar anspornen kann, aber nach dem 10ten Anlauf gegen einen Mob hat man auch keine Lust mehr, weil einfach kein Heilmittel einfällt bzw. droppt. Quasi müht man sich bis zum nächsten Level-Up in der Hoffnung dann endlich diesen Mob zu fällen. Das ist dann das Erfolgserlebnis, was gleich wieder stark sinkt, da das Gegenerniveau konstant mit einem aufsteigt. Es gibt kein "Kommt her ihr kleinen Mistviecher, ich stampfe euch unangespitzt zurück in die Hölle!"-Gefühl.

Von der psychologischen Sicht gesehen wirkt sich dies wie folgt aus. Der Konkurenzwillen wird zwar gefördert, weil man mit viel Mühe nur wirklich gut ist, aber der Unterbewusstsein, bzw. damit der verbundene Hormonhaushalt leidet darunter. Die geringen Erfolge führen zu weniger Belohnungsgefühl. Es werden also weniger Dopamin, Serotonin, Noradrenalin und Endorphine ausgeschüttet. So stark der Wille auch sein mag, der Körper wird einen früher oder später bremsen.

Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel:
Gibt es Spielelemente die einem solche Freude bereiten, dass sie konstant Freude bereiten ist ein gewisser Glückshormonspiegel gegeben. Für viele Spieler die ich gesprochen habe reicht da schon die Atmosphäre des Spiels (evtl. aber auch noch andere Spielelemente). Zu dieser Gruppe gehöre ich leider nicht.

Ich hoffe ich konnte euch das ein wenig verständlich näher bringen.