Freitag, 10. Mai 2013

wenn der Held mal kein Held ist?

Es war Vatertag. Wie eigentlich jedes Jahr gehört es für mich zum guten Ton diesem zu fröhnen, auch wenn ich noch keine Papa bin. Dieses Mal gab es auch wieder eine vernünftige Vatertagstour, wenn auch mit komplett neuen Gesichtern dabei und ganz anderer Strecke. Nicht weniger spannend, nicht weniger hochprozentig. Im Gegenteil, das Hochprozentige Zeug gab es diesemal soger mehr.
An der Massenschlägerei in der Stadt sind wir nur knapp 5 Minuten vorbei gerauscht. Ganz gemäß dem Motto: "Nach uns die Sinnflut".
Am Bestimmungsort angekommen sollte auch das Grillen starten. Die Ladies ließen noch auf sich warten. Der Gastgeber hat es gerade noch so geschafft seine letzten Grillkohlereste zu beflammen, mehr aber auch nicht. Irgendwie war ich der einzige, der noch in der Lage war das Grillgut nicht verbrennen zu lassen, das Geschirr heile heraus zu befördern und den Müll halbwegs im Griff zu haben - bis natürlich die Frauen kamen.
Als diese dann, wohl genährt durch leckeres Grillgut, auf der Hollywood-Schaukel hinter mir saßen hörte ich kurz meinen Namen. Ich fragte, was es denn über mich so spannendes gab und die Gastgeberin erklärte: "Ich sagte gerade, dass du dich nie so daneben benimmst, dass etwas kaputt geht." - ich blickte zu meinen Trinkkumpanen vom Tag, die gerade zu zweit bzw. viert auf einer Kinderschaukel im Garten hin und her donnerten und die obere Stahlhaltestange sich wie eine Turnstange kreisförmig verbog. Ich nickte nur augenrollend.
Ich überlegte eine Weile. Wann war ich das letzte Mal verantwortungslos unterwegs? Denn die Verantwortung für andere ist das was mich zusammenreißen lässt.
Es war vor fast 1,5 Jahren bei einem Gildentreffen meiner damaligen Zwergesippe von LOTRO. Dort traf ich mehrere gestandene, Trinkfeste, Wort-Gewaltige Männer, die allesamt Festival und Mush-Pit erprobt waren. Ich musste also nur auf mich selbst aufpassen und zusehen, dass ich am nächsten Tag spätestens mein Hotelzimmer finde. Kleinigkeit also. Den Abend ließ ich mich auch passend gehen. Ich trank, ich sang, ich rempelte Leute an, kassierte und verteilte eineige blaue Flecke. Wir stießen an bis die Gläser brachen, umarmten uns herzlich und dreckig lachend. Es gab schlechte Witze und es kümmerte keinen wie stark man torkelte. Eine herrliche Nacht. Ja....das ist der Held, wenn er mal kein Held ist.
In diesem Sinne hoffe ich einen schönen Vatertag gehabt zu haben!

Donnerstag, 2. Mai 2013

es knistert...

...in meinem Blog.
Es war nach Feierabend. Ich hatte einen langen und anstrengden Tag beim Kunden und danach noch ein Essen mit zwei Kollegen, bevor ich endlich in mein Stammhotel einchecken konnte. Eine neue Bedienung empfing mich und zwei weitere bayrische Gäste sehr freundlich. Sie wollte uns die Zimmer zeigen, wobei mir hätte man ja nur die Nummer sagen brauchen. Mit ausgestrecktem Arm deutete sie den Gang hinab mit den Worten: "Ihres ist da vorne links.", ich folgte dem Blick. Zimmer 16, alles klar. Ich ging los, öffnete die Tür weit und trat ein. Die Schlüssel stecken von innen, da das Hotel so klein, überschaubar und familiär ist, dass es keine gesonderte Ausgabe am Tresen gibt. Ich trat also ein.
Nach einem schnell Schritt in das Zimmer stolperte ich kurz und schaute zu Boden. Da lag ein kleiner aber durchaus heißer BH - augenscheinlich eilig abgeworfen. Dann ein Blick nach oben. Auf dem Bett lag eine bruenette schlanke Dame. Die langen Haare weit und wild über das Bett verteilt. Die Augen halbgeschlossen, den Mund lustvoll ein wenig geöffnet. Ihr nackter Körper bewegte sich rhythmisch vor und zurück und ihre festen Brüste wippten leicht schaukelnd dazu. Von mir aus gesehen hinter ihr hockte ein junger Hüpfer und hielt ihre Fußfesseln weit gespreizt in die Höhe. Er stieß fest zu und ihr schien es sichtlich Spaß zu bereiten. Die beiden sahen nicht sonderlich verwundert über mein Eintreffen aus. Auch von Überraschung keine Spur.
Ich wollte dann aber doch nicht so aufdringlich sein und weiter zuschauen, außerdem hatte ich keine Knabbersachen dabei. Ich brachte nur ein kurzes aber hörbares "Sorry!" hervor und verließ rückwärts den Raum und schloss die Tür. Der Bedienung sagte ich dann: "ich glaube das ist das falsche Zimmer.". Sie antwortete: "Ja ähm. Zimmer 20 bitte gegenüber. Ich habe eine links-rechts-Schwäche." - "zu meinen Gunsten", dachte ich.
Ich bezog das Zimmer. Als ich später nochmal an dem Tresen im Foyer ankam und sie dort stand und nichts zu tun hatte erzählte ich ihr von den beiden. Sie musste grinsen, lief aber dennoch ein wenig rot an, musste dann aber doch noch breiter lächeln.
Also ich hab mich köstlich amüsiert.

Donnerstag, 11. April 2013

das ist da lose!

Mein lieber Nachbar Heini war ja schon seitdem ich ihn kenne ein wenig tüdelig. Schlimmer wurde es dann noch, als er immer schlechter hörte und auch das Hörgerät nichts mehr brachte. Egal was man ihm sagte...als Antwort kam: "Ja dann ist ja gut so." oder "Das muss ja so sein.".
Vor einigen Tagen, ich war ein wenig in Eile auf dem Weg zum Kunden, hielt er mich auf der Einfahrt an. Ich drehte die Scheibe herunter und er sagte: "Du muss mal rüber kommen. Die Pumpe anschließen!". Ich nickte und vertröstete ihn auf einen der kommenden Tage. Er erweiterte "und das drunter schieben!" - ich: "was?" - er: "drun-ter-schie-ben!", als ob ich schwerhörig wäre. Ich nickte einfach. Schieben kann ich - egal was, sofern es menschenmöglich ist.
Gestern Mittag, ich begrüßte gerade die Heldin mit Küsschen, winkte Heini mich herüber. Ach ja...Pumpe anschließen. Das hat bei ihm die letzten Jahre gerade mal so fünf Minuten gedauert, nicht so wie bei unserer Pumpanlage mehrere Stunden. Freudig sprang ich über den Zaun, lief in die Garage. Heini hatte schon alles vorbereitet. Alle Schläuche waren fest angedreht. Nur an die Steckdose unter der Arbeitsplatte kam er wegen seinem Rücken wieder nicht dran. Auf knien rutschend, den Stecker in der Hand stöpselte ich die Pumpe ein und schaltete sie an. Eine ganze Weile röhrte der Motor, aber es geschah nichts.
Heini deutete auf das Ventil der Erdleitung und meinte "das ist da lose!". Ich schaute erstaunt. Bei uns war das Ding immer so fest, dass ich da selbst mit Wasserpumpenzange nicht dran kam. Ich rüttelte daran, aber es bewegte sich nichts. Er reichte mir eine Zange, ich zog das Ventil an. Heini: "das ist da lose" und zeigte auf das Ventil. "Nein, das habe ich gerade angezogen." antwortete ich. Ich schaltete die Pumpe aus. Heini: "das ist da lose!" und deutete erneut auf das Ventil. Ich löste das Ventil, schraubte es auf, kontrollierte es und schraubte es wieder zu. "Das ist da lose!", höre ich erneut in der gleichen ruhigen Tonart über meiner Schulter. "Nee Nee Heini, das habe ich gerade nochmal festgezogen!", sagte ich lächelnd, er antwortete: "Achso. Aber das Ventil da ist lose!". Ich schüttelte den Kopf. Das ganze wiederholte sich ca. weitere 5-6x.
Seine liebreizende Frau Maria kam ebenfalls in die Garage, Heini ging heraus und wickelte einen Schlauch ab. Ich legte eine Pause ein, stand auf und grübelte. Nebenbei fragte ich nach ihrem Wohlbefinden. Sie verdrehte die Augen "ich war beim Arzt.". Ich scherzte: "bist du doch ständig.", auch sie musste grinsen und erklärte: "ja, aber ich habe mal wegen Heini gefragt. Der hat....wie heißt das doch gleich All... Allemeiner...na komm". Ich fragte erstaunt: "Alzheimer?", sie schnippste: "Ja genau. Hat er vergessen zu erzählen. Haben sie neulich festgestellt.". Diesmal verdrehte ich die Augen und erklärte ihr, dass ich das auch gerade feststellen durfte. Heini kam wieder herein: "funktioniert nicht?" - ich: "nö, noch nicht." - er: "das ist da lose!" und deutete auf das Ventil.
Die Pumpe läuft heute noch nicht, sein Schwiegersohn will sich das auch nochmal ansehen, wenn er das nächste Mal zu Besuch ist.

Freitag, 5. April 2013

Ein Tag im Leben eines Helden

Gegen 6:00 Uhr früh klingelt das Handy Helden-Weck-Gadget, um mich mit dem Jingle des Arkham Asylum "freundlich" zu wecken. Ich rolle mich aus dem Bett, schließe das Fenster und greife mir die hoffentlich am Abend zuvor bereitgelegten Klamotten Heldenkostüm, um ins Badezimmer zu verschwinden. Nach einer kurzen Dusche mit Musik (meist Soundtracks), einer gelegentlichen Rasur etc. bereite ich für die Heldin, die Hunde und mich das routinierte Frühstück vor, welches dann mehr oder minder sequentiell verzehrt wird.
Anschließend geht es mit den Hunden raus und die Heldin wird verabschiedet, wenn sie zur Arbeit fährt. Zurück in der Festung stolpere ich die Treppe hinauf ins Homeoffice, werfe Heizung und Laptop an. Dann wieder die Treppe hinunter gesaust und einen Kaffee gekocht. Bis Heizung und Laptop in Gange sind ist auch der koffeinhaltige Motivator fertig.
Dann beginnt mein Arbeitstag. Kurze Planung des Tages, Prüfung der Prioritäten oder Neuzugänge im E-Mail-Postkorb (so im Schnitt 15, davon 2 wichtige). Den Vormittag verbringe ich also mit Fernwartungen, Telefonaten, Konzeptschreibereien, Haare raufen, i hochzählen, Mails beantworten oder eben Programmierung. Gegen Mittag kommt entweder die Heldin nach Hause und nach ihrem Hundespaziergang essen wir oder ich drehe mit den beiden Wuffis eine kleinere Runde und esse ohne sie, falls sie mal später kommt.
Der Nachmittag verläuft meist wie der Vormittag, vergeht jedoch viel langsamer!
Nach getaner Arbeit und hoffentlich reichlich Erfolgsmeldungen trete ich den Feierabend an. Der gestaltet sich je nach Wochentag anders. Mal lerne ich noch, gehe zum Sport, erfreue meine Vereinsfreunde, besuche Freunde, kümmere mich um privaten Papierkram (GEZ, Telekomiker und ähnliche Nervensägen) oder verbringe den Abend mit meiner geliebten Heldin.
Irgendwann zwischen 22:00 und 00:00 Uhr falle ich dann müde ins Bettchen und schlummere gemütlich ein.

...klingt jetzt irgendwie nicht so heldenhaft wie erwartet oder? ;-)
Wie sieht euer Tag so aus?

Donnerstag, 7. März 2013

Zeitloses Wohnkonzept

Die Heldin hat vor kurzem festgestellt, dass sich in unserem Badezimmer ein Zeitloch befindet. Geht man in das Badezimmer vergeht die Zeit morgens bis zur Abreise viel schneller außerhalb des Badezimmers.
Folglich ist man entweder spät dran oder nur halb fertig oder eben beides.
Heute Morgen fragte ich, ob es mir erlaubt sei beim Umbau des Flures die Badezimmertür in TARDIS-blau zu streichen. Sie meinte das passe nicht in unser Konzept - "Dann ändern wir das Konzept!", strahlte ich mit freudig erhobenen Finger!
Sie schien nicht überzeugt, also musste ich sie noch mit etwas locken: "Ich bau dir auch eine aufschwingende Flügeltür eines DeLorean in die Küche.", darauf konterte die Heldin: "Wenn die Tür aufschwingt will ich auch danach nach oben gehen.", Held: "Okay, dann bauen wir das beim Treppenaufgang, aber zur Treppenaufgangsbeleuchtung brauchen wir dann aber auch einen Fluxkompensator."

Ist das jetzt ein zeitloses Wohnkonzept, wenn ich mein Haus mit Elementen aus Zeitmaschinen designe?

Freitag, 1. März 2013

moechtegernheld und der Todespups des Dönermann

Es begab sich, dass die Heldin sich wie so viele andere auch eine Grippe einfing. Sie lag flach und der Held tat alles ihm mögliche sie gesund zu pflegen, aber ein Kundenbesuch war geplant  ein Weltuntergang nahte und der Held musste aufbrechen.
Nach 2,5 Tagen härtesten Einsatzes beim Kunden bei der Rettung der Welt kehrte er zurück. Die Nacht war kurz und am nächsten Morgen öffnete der Held den Kühlschrank, um das Frühstück vor zu bereiten.
Plötzlich ein stechender, bissiger Geruch von Zwiebel, der ihm engtegen schießt. Die Nase des Helden meldete dem Gehirn bereits es sollte sicherheitshalber direkt KO gehen, aber der Instinkt ließ den Helden eilig die Milch greifen und die Kühlschranktür schließen. Nur knapp entging er einer heimtückischen Attacke seines Widersachers dem Stinker!
Beim anschließenden Versuch per Riechtest den Gesundheitszustand der Milch zu kontrollieren erneut eine Attacke des fürchterlichen Gestanks, der sich an die Milchpackung gehängt hat.
Durch sein analytisches Geschick kam der Held zu dem Schluss, dass es sich dem Geruch nach bei seinem Widersacher nur um einen Dönermann handeln kann. Ein Note mehr Knoblauch und der Beweis wäre vollends erbracht. Daher erhält der Stinker einen neuen Aliasnamen: der diabolische Dönermann!

Hintergrund dieser Geschichte: um von ihrer Grippe zu gesunden bereitete die Heldin Zwiebelsaft vor, den Sie mit Hilfe von gehackter Zwiebel und Zucker in einem Sieb abtropfen ließ. Dies packte sie in den Kühlschrank, welches dort seine Düfte komprimiert sammeln konnte. So ziemlich alles im Kühlschrank riecht jetzt nach Zwiebeln. Sogar die Tomaten und der Joghurt.

Dieser Bericht wurde trotz Androhung von körperlicher Gewalt veröffentlicht.

Sonntag, 24. Februar 2013

War

Druck schließt sich um meinen Kopf als ich ihn unter die Wasseroberfläche tauche. Ich stoße mich ab und nehme Geschwindigkeit auf. Im passenden Moment die erste Schwimmbewegung. Plötzlich kracht es rechts nur knapp hinter mir. Ich erkenne es durch die Wellenbewegung über mir und die Druckveränderung. Eilig noch eine Schwimmbewegung um der Quelle des Getöse zu entkommen. Mit einem Mal kracht es direkt vor mir. Keine Zeit zum Ausweichen. Ich halte an und hinter der Wand aus Luftblasen taucht das unüberwindbare Hindernis auf. Ich tauche auf und hole Luft.

Vor mir wabern ca. 150kg ungelenke Körpermasse. Rechts von mir quäkt eine Mädchenstimme: "Siiiilveeester! Da schwimmt einer!". Silvester blickt mich mit seinen roten strubbeligen Haaren schuldbewusst an. Ich muss mir ein Grinsen verkneifen und umgehe das Hindernis, um weiter meine Bahnen zu schwimmen.